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Montag, 18. November 2019

Klassiker: Steak au poivre vert

Es wird Zeit, dass hier im Blog mal wieder ein neues Rezept veröffentlicht wird! Wenn ich mir meinen letzten Beitrag vom August anschaue ... war das wirklich August und seitdem nichts mehr??? Schande über mein Haupt! Und dieser Beitrag startet mit dem Satz:
"Der Sommer ist zurück und mit ihm herrliche Temperaturen und passendes Grillwetter."
Nun ja, der Sommer ist keineswegs zurück, aber herrliche Temperaturen haben wir trotzdem, nur der Jahreszeit angepasst, herbstlich halt. Und mit dem Herbst kommen die wundervollen Farben - Indian Summer im Elsass:


Hierzu passt ein Klassiker aus der französischen Bistro-Küche, den ich so ähnlich schon einmal zubereitet habe (klick hier)



Doch nun gehts los: Voilà: Steak au poivre vert, pommes allumettes et choux de Bruxelles - Steak mit grünem Pfeffer, Streichholz-Kartoffeln und Rosenkohl.

ich nehme (für 2 Personen):

2 Rindersteaks (Entrecôte oder Filet), richtig schön abgehangen und in Bioqualität
Salz, grober Pfeffer
Butterschmalz zum Anbraten
1/2 Glas roter Portwein zum Ablöschen
2 (oder auch 4 cl) Cognac
1/2 Becher Crème fraîche
2 EL grüner Pfeffer in Salzlake

Pommes allumettes:

3 - 4 grosse festkochende Kartoffeln
Öl

Rosenkohl

Butter
Salz, Pfeffer, Muskat
1 Schuss Sherry

und los gehts:

Die Steaks ca. 2 Stunden vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen.

Währenddessen die Pommes allumettes schneiden, zunächst in Scheiben, dann in streichholzartige Streifen und im Wasser ca. 30 Minuten ruhen lassen. Abtropfen, in Geschirrtüchern sehr gründlich abtrocknen und später, während das Fleisch ruht, frittieren. Wir erledigen das in der Heissluft-Friteuse (braucht etwa 15 Minuten).

Die Steaks kurz vor dem Braten von beiden Seiten salzen.

Eine richtig gute Pfanne - und ich meine richtig gut und keine Teflon! - erhitzen, Butterschmalz dazugeben und die Steaks von beiden Seiten kurz und kräftig anbraten. Sofort mit dem groben Pfeffer bestreuen und im Backofen bei ca. 100 Grad Ober-/Unterhitze ruhen lassen.

Wer sich mit dem Garpunkt nicht sicher ist, benutzt ein Bratenthermometer, bei 55 Grad sind die Steaks perfekt medium (für uns sind 53 Grad perfekt).

Das Bratfett abgiessen, Achtung, nicht zu viel, so dass die Röststoffe in der Pfanne bleiben, mit Portwein ablöschen, Crème fraîche zugeben und einreduzieren lassen. Cognac und grünen Pfeffer dazu und mit Salz abschmecken.

Während das Fleisch ruht und die Sauce einreduziert, wäre der perfekte Zeitpunkt, sich den Pommes allumettes und dem Rosenkohl zu widmen....

Und bitte nicht vergessen, die Teller rechtzeitig vorzuwärmen!

Voilà! Bon appétit!










Freitag, 13. November 2015

Confit de Canard - confierte Entenkeulen mit pommes de terre sarladaises


Heute stelle ich euch wieder einen Klassiker aus der französischen Bistro-Küche vor: Confit de Canard - confierte Entenkeule. Eine Köstlichkeit, die ihr unbedingt ausprobieren müsst - wunderbar zartes, intensiv nach Ente schmeckendes Fleisch, das fast vom Knochen fällt, dazu eine herrlich knusprige Kruste. Besser geht es nicht!
































Auch wenn man ein wenig Vorbereitungszeit benötigt und man sich dieses Gericht nicht mal so eben zwischendurch aus dem Ärmel schüttelt, lohnt sich der Zeitaufwand. Liegen die Keulen erstmal in ihrem Fett schön umhüllt, kann man sie gut und gerne ein paar Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Wer sich damit einen Wintervorrat anlegen möchte, sterilisiert sie und hat dann das ganze Jahr über ein köstliches schnelles Essen zur Hand, das sich auch wunderbar als Gästeessen eignet. Das übrig gebliebene Entenfett lässt sich gut im Kühlschrank aufbewahren und später für Bratkartoffeln etc. verbrauchen. Aus evtl. Entenconfit-Resten lässt sich auch ein Enten-Rillette (nach diesem Rezept (klick hier) zubereiten.




Wir haben es mit den klassischen Beilagen serviert: pommes de terre sarladaises, dies sind im Entenfett gebratene Kartoffeln mit Knoblauch und Petersilie - sowie einem grünen Salat mit einer schön säuerlich abgeschmeckten Schalotten-Rotweinessig-Vinaigrette. 

ich nehme (für 4 Personen):

4 Entenkeulen
600 - 800 g grobes Meersalz (beste Qualität ist Voraussetzung, ich verwende das graue Sel de Guérande)
1 Zweig Rosmarin
2 Zweige Thymian
etwas abgeriebene Orangenschale
ca. 600 - 800 g Entenfett (evtl. mehr - die Keulen müssen später komplett bedeckt sein)
nochmals je 1 Zweig Rosmarin und Thymian und abgeriebene Orangenschale


und los gehts:

Salz, Rosmarin, Thymian und Orangenschale vermischen. Die Hälfte davon in eine Porzellanschale geben, darauf die Entenkeulen legen und mit der übrigen Hälfte Salzmischung bedecken. Ab damit in den Kühlschrank für 24 Stunden.

Am nächsten Tag alles Salz abstreifen, anschliessend die Entenkeulen gründlich waschen, um evtl. Salzreste zu entfernen. Das solltet ihr wirklich sorgfältig tun, damit die Entenkeulen später nicht versalzen schmecken. 

Gründlich abtrocknen und in eine ofenfeste Form geben. Thymian, Rosmarin und Orangenschale hinzu. Das Entenfett schmelzen und damit bedecken. Für ca. 2,5 Stunden bei 160 Grad im Backofen confieren.

Anschliessend leicht abkühlen lassen, in Gläser füllen, gut mit dem Entenfett bedecken und ab damit in den Kühlschrank.

Am Tag des Verzehrs das Glas im Wasserbad erwärmen, so dass sich das Entenfett verflüssigt. Die Keulen heraus nehmen, abtropfen lassen und in eine ofenfeste Form geben. NIIICHT salzen!!!

Bei ca. 220 Grad ca. 15 Minuten im Backofen bei eingeschaltetem Grill auf der 2. Einschubleiste von unten knusprig braten, dabei ständig überwachen.

Mit Kartoffeln und Salat servieren.







Dienstag, 30. September 2014

Onglet ou bavette aux échalottes - ein Klassiker aus der französischen Bistroküche




Ein Klassiker in der Bistroküche ist onglet aux échalottes. Bei Onglet handelt es sich um den Nierenzapfen beim Rind, ein sehr aromatisches Fleischstück, das man in einer Schalottensauce serviert. Dazu gibt es im Bistro meist Pommes Frites und grünen Salat.



Als Yannick und Caro letztes Wochenende nach Hause kamen hatte ich zwar kein onglet bekommen, stattdessen aber bavette, das sog. Flankensteak vom Rind. In der französischen Küche hat man schon lange den köstlichen Geschmack dieses Fleischstückes erkannt. Mittlerweile ist dieser Zuschnitt allerdings auch in guten deutschen Metzgereien (gegen Vorbestellung) erhältlich. Bavette wird nach dem Braten oder Grillen in Scheiben oder schmale Streifen geschnitten. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, gegen die sehr langen Fasern aufzuschneiden. 

Wer sich über die verschiedenen Zuschnitte informieren will, kann hier (klick) schauen.

Bei uns gab es anstelle von Pommes Frites Tagliatelle mit gebratenen Artischocken dazu - nicht ganz klassisch, dafür aber sooo köstlich.



Ich nehme für 4 Personen:

Bavette oder Onglet, ca. 800 g
Butterschmalz zum Anbraten
ca. 12 kleine Schalotten (ja, das ist ein bisschen Schälarbeit)
Butterschmalz zum Schmoren
350 ml kräftiger dunkler Rinderfond (notfalls Kalbsfond, Hauptsache selbstgekocht)
150 ml guter, kräftiger Rotwein
2 gute Schluck Portwein, rot
ca. 3 EL Himbeeressig 
2 cl Cognac
2 Zweige Thymian
2 Lorbeerblätter
ca. 30 g gute Butter, eiskalt, in kleine Würfel geschnitten
Salz, Pfeffer, 
1 EL gehackte glatte Petersilie

und los gehts:

Das Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen (mind. 2 Stunden vor dem Braten).

Zuerst die Schalotten vorbereiten, d.h. schälen und in feine Spalten schneiden. In ca. 1 - 2 EL Butterschmalz leicht goldfarben schmoren. Am besten mit aufgelegtem Deckel, bis sie fast weich sind. Mit dem Fond aufgiessen, Thymian und Lorbeer dazu, salzen, pfeffern und so lange schmoren bis sie weich sind, aber noch nicht zerfallen. Sorgfältig braten, es schmälert den Genuss, wenn man auf halb harten Zwiebeln herumkauen muss.

Den Backofen auf 80 Grad (O-/U-Hitze) einstellen.

Das Fleisch im Butterschmalz bei hoher Hitze von jeder Seite sehr kurz und kräftig anbraten, dann von jeder Seite salzen, pfeffern und in den Backofen stellen. Onglet wird saignant oder bleu gegessen, wer meint es rosa braten zu müssen, halt entsprechend länger in der Pfanne lassen.

Den verbliebenen Bratensatz in der Pfanne mit Rotwein abschlöschen, einreduzieren und erst am Schluss Cognac und Porto dazu, mit den eiskalten Butterstückchen binden, abschmecken und evtl. mit wenig Petersilie bestreut sofort servieren.



Samstag, 13. September 2014

Côte de Boeuf - die pure Fleischeslust - rückwärts gegrillt



Wenn ich mir auf meinem Blog die rechte Seite unter den Labels anschaue, welche Rezepte am häufigsten vertreten sind, dann sind das ganz eindeutig die vegetarischen. Dabei bin ich doch gar keine Vollzeit-Vegetarierin - ab und zu muss ich auch mal ein Stück Fleisch zwischen den Zähnen zerreissen. Zwar immer seltener und wenn, dann aber richtig schön blutig - und selbstverständlich beste Qualität - und das Ganze dann möglichst pur, ohne viel Drumherum. 

Wir hatten ein Côte de Boeuf, ca. 800 g für zwei Personen. Das klingt nach viel, aber erstens, wenn man schon den Aufwand betreibt, dann soll es sich auch lohnen und zweitens gibt es daraus ein zweites Gericht, das zeige ich euch dann beim nächsten Mal.

Doch nun beginnen wir mal:

Vorbereitung:

Ich vakuumiere das Fleisch mindestens 2 Tage vorher in Olivenöl, 2 - 3 Knoblauchzehen, 4 Zweigen Thymian, 1 Zweig Rosmarin, 1 EL grob geschrotetem Pfeffer, 1 EL Calvados (wer keinen Vakuumierer hat, nimmt einfach die kleinstmögliche Gratin-Form und lässt es einen Tag länger unter täglichem Wenden in der Marinade

Am Tag der Zubereitung:

2 - 3 Stunden vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen, aus dem Vakuum-Beutel nehmen und mit den Kräutern auf einen Teller geben. Diesen im Backofen bis zu einer Kerntemperatur von 53 Grad erwärmen. Ich hatte für 80 Grad Ober-Unterhitze ca. 2 1/2 Stunden benötigt.

Kurz zuvor den Grill vorheizen. Wir hatten auf Holzkohle gegrillt. Rechtzeitig vorheizen, die Briketts müssen komplett von einer grauen Ascheschicht umhüllt sein - ihr braucht unbedingt eine ordentliche Glut!

Auf jeder Seite ca. 3 Minuten grillen, das genügt für medium-rosé, für medium-rare 1/2 Minute kürzer, kurz ruhen lassen, dabei bereits mit Fleur de sel bestreuen und anschliessend in dünne Scheiben schneiden.



Auf das Drumherum wollten wir nicht so ganz verzichten und hatten dazu selbstgemachte Pommes Frites in der Actifry und einen grünen Salat aus dem Garten.

Dienstag, 1. Juli 2014

Bouchée à la reine - Königin Pastete

Wir hatten am Wochenende ein gegrilltes Hähnchen, bekanntlich eines meiner Lieblingsessen. Da wir ausschliesslich freilaufendes Federvieh in Bioqualität verwenden, sind diese Exemplare selten unter einem Kilo erhältlich, unseres wog diesmal 1,3 kg. Da bleiben immer Reste. Die Flügel und die Keulen haben wir gegessen und die Brust aufgehoben. Die gab es heute als Bouchée à la Reine, ein im Elsass (und auch bei uns) sehr beliebtes Essen und in dieser abgewandelten Form zwar kein traditionelles Rezept, dafür aber eine prima Geflügelreste-Verwertung.





ich nehme für 2 Personen:
  • 2 Blätterteigpastetchen (croûtes), die gibt es hier bei uns in den Bäckereien immer frisch, ich schenke mir das Selbermachen
für die Sauce Béchamel
  • 3 EL Mehl
  • 1 - 2 EL Butter
  • halb Milch, halb selbstgekochter Geflügel- oder Kalbsfond, Gemüsefond geht auch
  • Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
  • regelmässig rühren, möglichst ohne Klümpchen, köcheln lassen bis der Mehlgeschmack verschwunden ist (ca. 10 min), mit Riesling abschmecken
für das Ragout
  • 2 Handvoll Geflügelreste, gewürfelt
  • 2 Handvoll Champignons, blättrig geschnitten
  • 1 TL Butter
  • 1 EL frisch gehackte, glatte Petersilie
  • Zitrone
  • Worcestershire Sauce



und los gehts:

Die Blätterteigpastetchen (vom Bäcker) kurz im Ofen knusprig aufbacken. In der Zwischenzeit die Champignons salzen und in wenig Butter kräftig anbraten bis die ausgetretene Flüssigkeit verkocht ist. Mit den Geflügelbrustwürfeln zu der Béchamel geben, nochmals erhitzen, evtl. etwas Wein hinzu oder Zitrone. 

Die noch heissen Pasteten auf vorgewärmte Teller (sollte eine Selbstverständlichkeit sein) geben und das Ragout einfüllen, und zwar grosszügig, es ist ausdrücklich erwünscht, dass der Rest sich auf dem Teller um die Pasteten ergiesst.

Für mich gehören dazu unbedingt ein paar Tropfen Worcestershire Sauce.
Im Elsass werden dazu Spätzle oder Tagliatelle serviert, was ich für überflüssig halte. Bei uns gibt es meistens einen grünen Salat.

Samstag, 28. Juni 2014

Gratin Dauphinois - unser Kartoffel-Gratin

Nach den vielen Reiseberichten wird es Zeit, dass hier mal wieder richtig gekocht wird. Gerhard hat sich Kartoffel-Gratin gewünscht. Ich nenne es "unser Kartoffel-Gratin", da es nicht das klassische Gratin Dauphinois ist, in das lediglich Kartoffeln, Sahne, Salz, Pfeffer und evtl. noch etwas Muskat gehören, in unseres kommt noch Käse - und ein kleines i-Tüpfelchen, doch dazu im Rezept mehr ...



Wichtig ist eine gute festkochende Kartoffel und ein richtig guter, echter Gruyère, nehmt nicht dieses Gummi-Zeugs, sondern nur den echten. Falls ihr den nicht bekommt, rate ich eher zu frisch geriebenem Parmesan.

Dieses Gericht ist kein Leichtgewicht und eignet sich nicht für Diättage, probiert es erst gar nicht mit entrahmter Milch etc.... es wird nicht cremig werden, doch gerade diese Cremigkeit ist das Köstliche an dem Gratin.





























ich nehme (für 2 Personen)


  • 8 kleine bis mittelgrosse Kartoffeln, geschält und auf der Mandoline in nicht zu dünne Scheiben gehobelt
  • 1 Knoblauchzehe, geschält und halbiert
  • 1 TL Salzbutter
  • Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
  • 200 ml Sahne (evtl. etwas mehr)
  • ca. 4 EL Gruyère

und los gehts:

Die Gratinform mit den Knoblauchzehenhälften einreiben, danach mit etwas Butter ausfetten. Den Knoblauch heben wir auf!

Die Kartoffelscheiben ziegelartig, d.h. leicht überlappend in die Form schichten, salzen, pfeffern und mit etwas frisch geriebener Muskatnuss würzen. Dann die beiden Knoblauchhälften irgendwo darauf verteilen (wer sie anschliessend während des Essens findet, darf sie essen (ich) oder zur Seite legen (Monsieur).

Die zweite Schicht Kartoffeln ebenfalls darauf verteilen und kräftig würzen.

Die Sahne mit dem Käse mischen und über das Gratin giessen, das dann komplett bedeckt sein sollte. Ist nicht ausreichend Flüssigkeit vorhanden, muss halt mehr Sahne her oder - und jetzt kommt es: mein i-Tüpfelchen: zum Kochen gehört für mich ja ein ordentlicher Kochwein - bevorzugt wird allerdings Crémant (oder Champagner - heute gab es einen Rosé-Champagner). Ich nehme den leeren Sahnebecher und schwenke ihn ein wenig mit dem Kochwein aus. Das wird genügen, um das Gratin mit Flüssigkeit komplett zu bedecken. Wer keinen Kochwein hat, muss mit Sahne nachhelfen ;-)

Bei 180 Grad (O/U-Hitze) ca. 45 min backen. Die Kartoffeln sollten weich (Messerprobe) und die Sahne cremig eingekocht sein.





Mit einem grünen Salat ist dies ein schönes Hauptgericht. Traditionell wird das Gratin in Frankreich als Beilage zu einem Stück Fleisch serviert.




Montag, 14. April 2014

Steak frites oder Pfeffersteak - ein Klassiker der Bistro-Küche

Blog-Event XCVII - Lieblingslöffelessen (Einsendeschluss 15. April 2014)

Steak - frites ist ein Klassiker der französischen Bistro-Küche. Selbst wenn sonst gar nichts geht - das geht immer! Dazu ein frischer grüner Salat, ein schöner Landwein - und der Tag ist gerettet. Ein Klassiker der 70iger Jahre ist das Pfeffersteak: Ein Rindersteak, wobei es sich vorzugsweise um ein Filet handelt, wird in grob geschrotenen Pfeffer getaucht, gebraten und mit Sahnesauce serviert.

Dazu braucht es keine besonderen Zutaten, einfach für zwei Personen zwei schön abgehangene Filetsteaks, eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank genommen, von beiden Seiten gut getrocknet und in Pfefferschrot gedrückt.

Von beiden Seiten anbraten und dann im Backofen warm stellen. Währenddessen den verbliebenen Sud in der Pfanne mit einem ordentlichen Schluck Cognac ablöschen, etwas einkochen lassen, 1 - 2 EL grünen Pfeffer (in Salzlake) hinzugeben, Sahne angiessen, salzen und kurz einreduzieren lassen.




In der Zwischenzeit die Teller vorwärmen, den Tisch decken, den Wein öffnen und Salat und Kartoffeln zubereiten. Bei uns gab es mal wieder die Pommes Frites aus der Actifry:



Diese Pfeffer-Cognac-Sahne-Sauce schmeckt sooo genial, dass ich kein Tröpfchen davon verschwenden mag, daher braucht es einen Saucenlöffel. Das passt doch wunderbar, denn Petra darf das aktuelle Event bei zorra ausrichten und hat sich als Thema "Lieblingslöffelessen" ausgesucht.

Dann zeige ich euch gleich mal meinen Lieblingssaucen-Löffel und mein Pfeffersteak darf beim Event mitmachen:





Sonntag, 6. April 2014

Poussin - Stubenküken - Mistkratzerle - ihr dürft sie nennen, wie ihr wollt

Stubenküken, Poussin oder Mistkratzerle, egal wie man sie im Elsass oder Deutschland bezeichnet, DAS ist für mich ein Sonntags-Essen (das ich täglich zu mir nehmen könnte ;-)




Dazu dann knusprige Kartoffeln und ein grüner Salat - ein schön gekühlter Wein darf auch nicht fehlen - und ich schwebe im siebten Himmel.




ich nehme (für 2 Personen):

2 Stubenküken
Salz, Pfeffer
wer mag: ein paar Zehen junger Knoblauch, 2 Zweige Rosmarin, 4 Zweige Thymian, ein paar junge Salbeiblätter, 3 - 4 Zitronenscheiben, denen ich vorher die Schale abgerieben habe, 2 EL Olivenöl

und los gehts:

für Monsieur: ein Stubenküken salzen und pfeffern - fertig!

für Madame: Schale einer halben Zitrone ins Olivenöl reiben, geschälte Knoblauchzehen dazu, salzen, pfeffern und damit das Güggeli einreiben. Die frischen Kräuter und die Scheiben der halben Zitrone zusammen ins Hühnchen stecken und gemeinsam mit seinem Geschwisterchen zu Monsieur auf den Spiess stecken. So lange grillen, bis es knusprig ist (ca. 50 min).

In der Zwischenzeit den Salat zubereiten, die Kartoffeln schön knusprig braten (moi: in der Actifry) und den Wein kalt stellen.

Freitag, 14. Februar 2014

Weinbergschnecken in Kräuter-Knoblauch-Butter - Escargots de Birkenwald au beurre persillé


Es wird Zeit, dass ich mal wieder ein typisches Gericht aus dem Elsass blogge. Dabei ist mir aufgefallen, dass es hier bei Bonjour Alsace noch kein einziges Schnecken-Gericht gibt. Schande! Das muss ich dringend ändern.

Meine Weinbergschnecken stammen vom elsässischen Schneckenzüchter Rémy Koehl aus Birkenwald und sind kochfertig in ihrem Sud mit etwas Wurzelgemüse eingemacht. Wir machen immer eine grössere Portion, d.h. den Inhalt eines ganzen Glases, das sind ca. 3 Dutzend und frieren die fertiggestellten Schneckenhäuschen ein. Hier im Elsass werden im Restaurant üblicherweise ein Dutzend bestellt. Natürlich gibt es auf Nachfrage auch ein halbes Dutzend, was mir wesentlich passender als kleine Vorspeise oder kleines Abendessen erscheint. Zumal man zum Auftunken der köstlichen Kräuterbutter ja auch einiges an Baguette benötigt. 




Die leeren Schneckenhäuschen gibt es auch zu kaufen - sicherlich findet ihr sie dort, wo ihr auch die Schnecken kauft. 

Die Kräuter-Knoblauch-Butter habt ihr vorher schon zubereitet und Zimmertemperatur annehmen lassen. (125 g Salzbutter, Pfeffer, 1-2 feinst gehackte Knoblauchzehe(n), 1/2 Bund Petersilie, feinst gehackt, evtl. zusätzlich Salz)

Nun geht alles ganz einfach und schnell: Die Schnecken abtropfen lassen. In die Schneckenhäuschen füllen, mit der Kräuter-Knoblauch bestreichen, in die Schneckenpfännchen setzen und im Ofen bei 180 Grad so lange braten bis die Butter in den Häuschen kräftig brutzelt. Das dauert ca. 10 min.



Nicht vergessen: Rechtzeitig ein schön knuspriges Baguette besorgen oder selber backen, am besten nach diesem Rezept.




Ganz klassisch trinkt man dazu einen Elsässer Riesling, doch ich mag auch gerne einen Sylvaner dazu oder einen leichten Pinot Noir. Die Rotweintrinker nehmen einen jungen, leichten und fruchtigen Roten. Auch hier halte ich es so wie immer: Erlaubt ist, was gefällt bzw. was uns schmeckt.





Donnerstag, 5. September 2013

Geburtstagsessen für Zorras Kochtopf: Huhn mit vierzig Knoblauchzehen - Poulet aux quarante gousses d'ail



Zorra von kochtopf.me hat die wunderschöne Idee, für ihren 9. (in Worten: NEUNTEN!!!) Bloggeburtstag neun Blogger einzuladen, etwas für sie zu kochen, von dem diese glauben, dass es Zorras Geschmack trifft. 


9 jahre kochtopf



Neun Jahre! Unglaubliche NEUN Jahre bloggt Zorra nun schon. Sie ist die Pionierin der deutschen Food-Blogs und Vorreiterin der Blog-Events. Schon alleine dafür gebührt ihr meine Hochachtung. Auch wenn ich sie noch nie persönlich getroffen habe, weiss ich, dass sie ein unglaublich sympathischer Mensch ist. Vor mir durften schon sechs andere Foodblogger für Zorra kochen, die natürlich schon alle voll des Lobs über sie waren. Ihr grosses Engagement kann man auch nicht genug loben, doch jetzt fällt mir nichts mehr ein, was nicht schon von meinen Blogger-Kollegen gesagt bzw. geschrieben wurde. 


Ich kann Dir nur von ganzem Herzen danke sagen für Dein Engagement, liebe Zorra, und bleib genau so, wie Du bist! 

Gaanz zufällig weiss ich, dass Freesien wegen ihres Duftes Deine Lieblingsblumen sind. Doch im August sind diese bei uns leider nicht aufzutreiben. Zum Geburtstag gehören aber Blumen. Da ich weiter (gaaanz zufällig) weiss, dass Deine Lieblingsfarbe rot ist, gibt es halt als Ersatz rote Blumen: Für Dich, liebe Zorra! 




Es ist mir eine grosse Ehre und ich bin sehr stolz darauf, dass ich eine von diesen neun Bloggern sein darf, die für Dich kochen dürfen. Die Auswahl für das Gericht fiel mir nicht schwer. Ich weiss, dass Du Gerichte mit Poulet genau so liebst wie ich. Daher für Dich hier eines der klassischsten französischen Poulet-Rezept: Voilà! Das berühmte Huhn mit vierzig Knoblauchzehen.

Dieses Gericht ist ein Klassiker in der französischen Küche und stammt aus der Provence. Wenn man die Knoblauchzehen "en chemise" (im Hemd, d.h. ungeschält) schmort, werden sie wunderbar weich und cremig. Sie ergeben ein köstliches Püree, das man direkt aus der Schale auf geröstetes Landbrot drücken kann. 






ich nehme:


  • 1 schönes Freiland-Huhn (ca. 1,7 kg)
  • 2 frische Thymianzweige
  • 2 frische Rosmarinzweige
  • 2 frische Salbeizweige
  • 4 frische Petersilienzweige
  • 40 ungeschälte Zehen frischer Knoblauch (ca. 2 - 3 Knollen)
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • evtl. etwas Weisswein für den Sud


und los gehts:

Den Backofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. Das Huhn innen und aussen gründlich mit Meersalz einreiben. Es mit der Hälfte der frischen Kräuterzweige und 4 Knoblauchzehen füllen. Die restlichen Knoblauchzehen auf den Boden einer ofenfesten Tonform oder einem Bräter geben (nicht zu gross, das Huhn soll gerade so hinein passen). Darauf das Huhn setzen und die übrigen Kräuter dazu legen. Mit dem Olivenöl  bestreichen und den Deckel aufsetzen. Im Ofen ca. 1 3/4 Stunden insgesamt schmoren. 

Nach insgesamt 75 min. kontrollieren. Wenn man alles richtig gemacht hat, hat sich ein köstlich duftender Schmorsaft gebildet. Das Brathuhn sollte eine schön goldene Farbe haben. Falls nicht, jetzt den Deckel weg lassen und evtl. die Hitze erhöhen. Falls notwendig, etwas Weisswein angiessen, damit nicht der ganze köstliche Bratsaft verkocht. Sobald das Huhn knusprig, aber nicht zu trocken ist, mit frisch geröstetem Brot servieren.

Man kann gerne auch Tagliatelle und grünen Salat dazu servieren - ich mag es am liebsten ganz puristisch nur mit Brot zum Aufnehmen des köstlichen Suds. Ein paar Knoblauchzehen drücke ich direkt aus der Schale auf das Brot.

Dazu passt schön ein leichter französischer Landwein.


Mittwoch, 1. Mai 2013

Palette à la diable - teuflisch gut

In fast allen elsässischen Metzgereien findet man diese "palettes à la diable", eine Schweineschulter, gepöckelt und in Senf mariniert, manchmal in ein Schweinenetz eingepackt, doch das muss nicht unbedingt sein. Ich liebe solche Gerichte, die sich praktisch wie von selbst zubereiten lassen - ein bisschen Vorbereitung und dann gart alles mit den Beilagen vor sich hin, kein anschliessendes Spülen von diversen Töpfen und Pfannen, einfach nur ein Gericht für faule Tage.




Wer keine Bio-Metzgerei in seiner Nähe hat, kann diese Schweineschulter auch ganz einfach selbst vorbereiten:




ich nehme (4 Personen):

1 Schweineschulter von ca. 800 g (gepöckelt)
3 EL Senf (moi: Moutarde de Dijon)
5 Stängel glatte Petersilie
1 Schalotte

Petersilienblätter hacken, Schalotte schälen und feinst würfeln, mit dem Senf vermischen - damit die Schweineschulter bestreichen und mindestens 1 Tag marinieren lassen.

Wir haben das Glück, dass Thierry Schweitzer mittlerweile seine Köstlichkeiten auch in Wissembourg anbietet und so habe ich seit langem mal wieder Lust auf diese Palette à la diable gehabt. Für uns ist dies ein Essen, dass sich wunderbar vorbereiten lässt, wenig Arbeit macht und mit einem unvergleichlichen Geschmack belohnt. Ist das Gericht erstmal im Ofen, braucht man keinerlei weitere Gerätschaften, einfach die Teller schön vorwärmen und evtl. einen grünen Salat dazu servieren. Normalerweise wird es nicht mit Möhren serviert, doch ich liebe nunmal Möhren und finde, sie passen wunderbar dazu.

So, dann geht es mal weiter.

1 Palette, mindestens 1 Tag mariniert
2 grosse Zwiebeln, geschält
6 mittelgrosse Kartoffeln, geschält
4 grosse Möhren, geschält
2 Gläser Weisswein (moi: Pinot Blanc)
1 Glas Sahne oder Crème fraîche
Salz, Pfeffer

Die Zwiebeln, Kartoffeln und Möhren in grobe Würfel schneiden, mit der Palette in eine Gratin-Form geben, mit Weisswein und Sahne angiessen und ohne Deckel ca. 1 1/2 Stunden bei 165 Grad Ober-Unterhitze schmurgeln lassen. Währendessen nachschauen... muss ich evtl. noch etwas Wein oder Sahne nachgiessen? 

Nach ca. 1 1/2 Stunden sollte das Fleisch wunderbar saftig sein, bei den Kartoffeln mit einem kleinen Messer einstechen... sind sie gar? Falls nicht, das Fleisch im Backofen warmstellen und Kartoffeln mit Gemüse und Sahne-Weinmischung in einem Topf einkochen lassen, bis alles wunderbar cremig ist.




Voilà, das wars! Bon appétit.