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Freitag, 5. Juli 2013
Panzanella auf meine Art
Panzanella ist ein traditionelles toskanisches Gericht: Brotsalat. Lange Zeit konnte ich mir nicht vorstellen, dass mir das schmecken könnte. Ein Salat aus zermanschtem Brot? Das ist doch eher was für Zahnlose, dachte ich immer. Welch wundervolle Geschmacksexplosion ich mir damit entgehen liess, war mir nicht bewusst. Doch irgendwann las ich ein Rezept, bei dem die Panzanella mit knusprig angebratenen Brotwürfeln zubereitet wurde. Das war etwas für mich! Seitdem gibt es in der Tomatensaison öfter diesen Aroma-Bombe.
Als wir letztes Wochenende im Tessin waren, habe ich bei Daniela (klick hier) eine schöne Auswahl von unterschiedlichen alten Tomatensorten aus Italien entdeckt (zu einem horrenden Preis - aber mein Foodie-Herz lachte und ich musste sie haben). Notfalls kann man warten, bis die heimischen Tomaten reifen und nach Tomaten schmecken, doch diese hier waren ihren Preis wert und haben mich begeistert und mir schon mal den Sommer auf den Teller geholt.
Die richtige Wahl der Tomaten ist entscheidend für das Geschmackserlebnis dieses Gerichts. Am schönsten sind viele unterschiedliche Tomatensorten, selbstverständlich auf dem Höhepunkt ihrer Geschmacksreife. Auch alle anderen Zutaten müssen von erster Qualität sein: gutes Landbrot (in der Toscana ungesalzen), feinstes Olivenöl, die besten schwarzen Oliven, Kapern, Anchovis, die ihr auftreiben könnt. Wenn ihr das denn alles zusammenmengt, ist es ein Salat zum Daniederknien.
Ein lauer Sommerabend auf der Terrasse, ein gekühlter Rosé oder ein leichter Rotwein... Jaaaa, bitte mehr davon.
Doch nun genug geschwärmt!
ich nehme (für 2 - 3 Personen)
ca. 1 kg Tomaten (am besten eine bunte Vielfalt, bei mir gelbe, orangene, schwarze, Ochsenherz)
1 kleine rote Zwiebel, geschält, in hauchdünne Spalten geschnitten
1/2 Bund Basilikum, zerzupft, etwas zum Garnieren übrig lassen
ca. 200 g altbackenes Brot
Olivenöl
1 Zweig Rosmarin, die Nadeln feinst gehackt
6 Anchovis-Filets (die Anchovis-Gegner (wink zu Ariane) bzw. die Veggies dürfen sie auch weglassen, auch wenn da eine wichtige Geschmacks-Komponente verloren geht)
2 EL Rotweinessig zum Ablöschen
1 kleine Handvoll schwarze Oliven (moi: Taggiasca), Kern entfernt, geviertelt
2 El Salzkapern, gewässert (notfalls gehen auch andere, dann ganz kurz die Lake abspülen)
Salz, Pfeffer
wer mag: 1 Dose Thunfisch (ich nehme nur noch den mit kleinen Booten geangelten, weissen Thunfisch), Veggies lassen ihn einfach weg
und los gehts:
Die Tomaten würfeln (ich mag es gerne in kleinen Würfeln) und mit dem Zwiebeln, dem zerzupften Basilikum und dem Rotweinessig ziehen lassen. Olivenöl darüber geben. Es ist beabsichtigt, dass die Tomaten Saft ziehen, denn das verbindet sich später auf wunderbare Weise mit den Brotwürfeln.
Das Brot in etwas grössere Würfel schneiden (original zerzupft man es) und in einer Pfanne in Olivenöl unter ständigem Wenden knusprig braten. Vorsicht! Sich dabei niiiicht vom Herd entfernen! Wenn die Brotwürfel von allen Seiten schön knusprig sind, aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen.
Die Pfanne kurz auswischen und die zerkleinerten Anchovis mit dem kleingeschnittenen Rosmarin hineingeben und schmelzen lassen. Mit Rotwein-Essig ablöschen.
Nun gehts ans Mischen:
Zu den Tomaten die abgekühlten Brotwürfel geben, sämtliche anderen Zutaten hinzu und mit der warmen Anchovis-Vinaigrette übergiessen. Gründlich durchmischen - aber nicht zermatschen, salzen, pfeffern. Evtl. noch ein bisschen Essig? Oder doch noch ein bisschen Salz oder Pfeffer? Wenn es so schmeckt, dass ihr euch am liebsten mit zwei Gabeln über diesen Salat hermachen möchtet, dann ist es gelungen! Voilà!
Eine sehr schöne Variante von Panzanella habe ich bei Magdalena entdeckt: klick hier
Mein Tipp: Falls doch etwas übrig bleiben sollte: die Brotwürfel rausfischen und den Rest als kleines '"Allein-Zu-Hause-Essen" mit frisch gekochten, knallheissen Linguine (oder Spaghetti) geniessen.
Labels:
Panzanella,
Salat,
Tomaten,
vegetarisch
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