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Dienstag, 20. September 2022

DAS Sommergetränk des Jahres: Limoncello Spritz

 Limoncello Spritz



Den Aperol Spritz kennt man bereits seit vielen Jahren. Er wird in Bars und Cafés weltweit angeboten. Überall sieht man Leute, die dieses kultige, orangefarbene Getränk schlürfen. Entgegen der landläufigen Meinung stammt der rote Farbstoff Karmin im Aperol nicht aus dem Blut von Läusen, der Farbstoff wird synthetisch hergestellt. 

Will ich Läuseblut zu mir nehmen oder lieber die synthetisch hergestellte Variante? Definitiv keines von beiden. Daher habe ich mich von diesen orangefarbenen Getränken auch immer ferngehalten.

Der Limoncello Spritz war mir bisher unbekannt, bis ich ihn dieses Jahr auf der Getränkekarte eines Cafés in Locarno entdeckt habe. Die Zutaten sind einfach, schnell zu merken und leicht nachgemixt und mittlerweile gibt es Limoncello auch in Bio-Qualität (ohne synthetisch hergestellten 'gelben' Farbstoff). 😀

ich nehme (für 2 Personen):

  • 2 - 4 dünn geschnittene Scheiben Bio-Zitrone (vorher heiss abwaschen und kräftig trocken reiben)
  • 8 cl Limoncello
  • 250 ml Prosecco
  • 100 ml Mineralwasser
  • 2 Zweige frische Minze
  • Eiswürfel

und das wars!

Ich widme diesen Cocktail Zorra, die bereits seit 18 Jahren unermüdlich bloggt und vor ein paar Tagen ihren 18. Blog-Geburtstag gefeiert hat. Ihr Blog ist somit volljährig geworden. Hierzu hat sie sich Rezepte mit Schwipps gewünscht. 

Liebe Zorra, bitte siehe es mir nach, ich habe leider dieses besondere Ereignis verpasst. Nachträglich ganz herzliche Gratulation zu soviel unermüdlicher Leidenschaft und Begeisterung fürs Bloggen und Ausrichten so vieler Blog-Event. Du bist mir immer ein leuchtendes Beispiel und ich freue mich über jeden neuen Post von dir!

Santé! Salute! Salud!


Freitag, 21. August 2015

La Chermoula - die wunderbare orientalische Würzsauce veredelt Hähnchenflügel und vieles andere....



Der Sommer ist zurück, juchhuuuu! Wir feiern ihn mit herrlichen sommerlichen Gerichten, viiiiel Rosé und natürlich BBQ. Bei meiner Namensvetterin habe ich eine nordafrikanische Grillmarinade entdeckt, die allerdings nicht nur als Marinade, sondern auch als Würzsauce köstlich schmeckt. Für alle Fans von Zitrusfrüchten ist sie ohnehin ein Muss. 

Hier gebe ich das Original-Rezept von Sabine wieder. Ich war etwas fauler und habe - statt die Chermoula im Mörser zuzubereiten - einfach alle Zutaten in die Moulinette geworfen und gemixt. Heraus kam eine etwas andere Farbe, die dem Geschmack aber sicherlich keinen Abbruch getan hat. Reste davon habe ich übrigens am nächsten Tag als Bruschette serviert... wunderbar!

Ich liebe den Geschmack von Salzzitronen sehr. Gerade in diesem Sommer kann ich davon nicht genug bekommen und komme mit der Produktion kaum nach. Diese selbst eingelegten Zitronen sind aus der orientalischen Küche kaum weg zu denken und sind so schnell und einfach zubereitet - ich kann nicht vollziehen, warum man diese als Fertigprodukt kaufen sollte...




Wir haben die Chermoula, die im Maghreb eher traditionell zu gegrilltem Fisch gegessen wird, zu Hähnchenflügeln gegessen bzw. diese darin mariniert und die Würzsauce anschliessend noch dazu serviert - köööstlich!




ich nehme:


  • 1 TL Koriandersamen
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen (Cumin)
  • 1/2 TL Safran
  • 2 TL edelsüßes Paprikapulver
  • 1/2 TL Piment d'Espelette (oder rosenscharfes Paprikapulver)
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Salzzitronen-Viertel + 2 EL von der Salzzitronenflüssigkeit
  • je 1/2 dickes Bund Koriandergrün und glatte Petersilie
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 EL Zitronensaft
  • Salz
und los gehts:

  1. Koriander und Kreuzkümmel in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis die Samen duften, und mit den Safranfäden im Mörser fein zerreiben. Paprikapulver und Piment d'Espelette untermischen. Falls der Mörser groß genug ist, die folgenden Zutaten einfach dazugeben; sonst die Gewürzmischung in eine Schüssel umfüllen und die Sauce dort anrühren.
  2. Den Knoblauch schälen und durch die Presse zu den Gewürze drücken (oder sehr fein hacken und zugeben). Die Salzzitronen-Viertel etwas kleiner schneiden und ebenfalls durch die Knoblauchpresse geben (Achtung, vorsichtig drücken, sonst spritzt es!). Das Fruchtfleisch zu entfernen ist nicht notwendig; man kann es mitessen. Die Salzzitronenflüssigkeit unterrühren.
  3. Die Kräuter fein hacken und mit dem Öl untermischen (im Mörser ruhig alles noch ein bisschen zerstampfen oder zerreiben, damit die Sauce homogener wird). Die Chermoula mit Zitronensaft und Salz abschmecken.
  4. Die Hähnchenflügel mind. 2 Stunden, am besten über Nacht in der Chermoula marinieren und anschliessend grillen.
Voilà!




Samstag, 19. Oktober 2013

Zitronige Pulpo-Pasta

Dieses Pastagericht gehört zu den Rezepten aus meiner Vorratsküche, die immer dann zur Verwendung kommen, wenn ich wenig Zeit und trotzdem Lust auf etwas besonders Feines habe. Pulpo mag ich in allen Variationen, als Antipasti, als mediterranen Salat, auf dem Grill und vor allem in der Pasta. Ein sehr schönes Rezept gibt es auch bei Petra (klick hier), die es ebenfalls nach der bei mir schon seit vielen Jahren praktizierten Methode von Giorgio Locatelli zubereitet, d.h. den Pulpo nicht im Wasser zerkochen, sondern mit den wunderbaren Zutaten und Aromengebern, die so gut zum Pulpo passen, wie z.b. Olivenöl, Tomaten, Knoblauch, Kräutern im Topf garen. Und er WIRD zart! Versprochen!

Ich bereite immer mehrere Portionen gleichzeitig zu, ein Teil kommt dann in Stücke geschnitten portionsweise verpackt in die Tiefkühltruhe. Sie können tiefgefroren oder aufgetaut (je nachdem, wie eilig man es hat) zu der Pasta in die Pfanne gegeben werden. 



Zunächst die Vorarbeiten:

2 kleine Pulpo (oder wie heisst das im Plural?), küchenfertig vorbereitet, d.h. die Kauwerkzeuge und Augen vorher rausnehmen
1 kleingeschnittene Chilischote
eine Handvoll Tomatenwürfel
1 klein gehackte Knoblauchzehe
eine Handvoll Kräuter (m: Petersilie, Thymian)
1 - 2 EL Olivenöl

Pulpo mit allen Zutaten in den Topf geben, Deckel drauf und fertig! Ca. 50 - 60 min bei milder Hitze leicht simmern lassen, dabei den Topf immer ein wenig hin und her rütteln. Mit der Spitze eines Messers testen, ob der Pulp weich ist. Dann im Sud abkühlen lassen. Achtung: Den Sud nicht weggiessen!!! In mundgerechte Stücke schneiden. Wird nicht alles verwendet Sud und Pulpo getrennt einfrieren.



Nun die Pasta

ich nehme für 2 Personen:


  • 200 g Pasta (Spaghetti, Linguine oder Limonen-Pasta nach Sandro Desii)
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Chilischote, feinst gewürfelt
  • 1 Handvoll Ruccola
  • 1 Handvoll Pulpo gekocht
  • 1/2 Tasse Pulpo-Sud
  • 1/2 Zitrone, Saft und Schale
  • Parmesan, gerieben


und los gehts:

Die Pasta al dente kochen.

Chiliwürfel in Olivenöl in der Pfanne bei mittlerer Hitze andünsten, mit dem Pulpo-Sud aufgiessen, Zitronenschale und -saft dazu, Pulpo und Ruccola und dann die Pasta, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer mag, nimmt dazu frisch geriebenen Parmesan.

Ich hatte dazu bei den Genusshandwerkern eine grandiose Limonen-Pasta von Sandro Desii, einem Italiener, der in Barcelona lebt. Mittlerweile habe ich sie in D nicht mehr gefunden, vielleicht weiss ja jemand, wo sie zu finden ist.  So sieht die Verpackung aus:










Sonntag, 24. Juni 2012

auf der Haut gebratenes Kabeljaufilet mit Kräuterkruste, Zitronen-Butter von Bordier und Streifen von Salzzitronen




Wir haben hier im Elsass in den großen Supermärkten ein beeindruckendes Angebot an Fischen und Meeresfrüchten. Auch wenn ich fast täglich alle Köstlichkeiten aus dem Meer essen könnte, meide ich diese Einkaufsquellen. Mir liegt sehr der achtsame Umgang mit unseren Nahrungsmitteln am Herzen. Guter Fisch sollte mit großmaschigen Netzen oder Angeln aus dem Meer gezogen werden - von Fischern, die den Bestand kennen und gezielt ausfahren. Das Fanggebiet muss anhand des Logbuchs nachgewiesen werden. Solche Ware findet man wohl eher nicht im Supermarkt. Seit unsere kleine Poissonnerie hier vor Ort geschlossen hat, ist die Fischbeschaffung nicht immer leicht. Spontaneinkäufe  und mal eben morgens beschliessen: "Heute gibt es Fisch" sind leider selten geworden. Ich als Grenzgängerin (in Frankreich leben - in Deutschland arbeiten) habe da einen Vorteil und lasse mir vieles an meine deutsche Büroanschrift liefern.

Mein Blog ist und bleibt werbefrei. Wenn ich etwas empfehle, dann tue ich es aus voller Überzeugung und nicht, weil ich dafür auf irgendeine Art gesponsort wurde. Und meine Empfehlung für eine sehr gute Einkaufsquelle in Deutschland für frischen Fisch sind die Genusshandwerker, die, online bis Sonntagabend bestellt, am darauffolgenden Freitag eine phantastische Qualität liefern. Der Fisch kommt wunderbar gekühlt an und kann gleich weiter verarbeitet werden. Manches wandert (leider) bei mir auch in den Tiefkühler, damit wenigstens eine gewisse Spontaneität gewahrt bleibt. So auch diese wunderbaren Skreifilets, die sich jetzt außerhalb ihrer Saison auch sehr gut durch Kabeljau oder einen anderen Fisch ersetzen lassen.



Also, dann mit pro Person ca. 200 g Stücke Kabeljaufilet mit Haut
und
weiteren Zutaten für 2 Personen:
2 EL Butter zum Braten (bei mir Bordier Zitronenbutter - die gibt es auch bei den Genusshandwerkern)
1 gute Handvoll gehackte frische Kräuter
fleur de sel, frisch gemahlener Pfeffer
2 Ecken eingelegte Salzzitronen in feine Streifen geschnitten (die habe ich mir bei  Eline geliehen), ersatzweise geht auch abgeriebene Zitronenschale, aber nuuur im äußersten Notfall


Zubereitung:


Die Fischstücke auf der Haut bei mittlerer Hitze in der Butter braten - die Hitze muss so niedrig dosiert sein, dass die Butter nicht verbrennt, aber so hoch, dass die Haut knusprig wird. Dies dauert etwa 10 min. Keine Angst, der Fisch wird dabei nicht trocken, da er ja auf der Haut gebraten wird und diese das darunter liegende Fisch-Fleisch (nennt man das so???) schützt. Kurz vor dem Umdrehen mit fleur de sel und Pfeffer würzen und die Hälfte der gehackten Kräuter darüber geben. Dann auf die gewürzte Seite drehen, die Hautseite schnell salzen und pfeffern und mit den restlichen Kräutern bestreuen, die Zitronenstreifen in den Pfanne geben und leicht erwärmen. Den Fisch nach  1 - 2 Minuten sofort aus der Pfanne nehmen und auf heißen Tellern servieren.
Sollte trotzdem etwas von der Butter verbrannt sein, diese so gut es geht, abgießen, dabei die Kräuter zurückbehalten und 1-2 EL frische Butter zugeben und erhitzen, dann über den Fisch geben. Wer es gerne sehr zitronig mag - denn bei dieser Zubereitung tritt der zitronige Geschmack nur dezent auf - darf ruhig noch etwas kräftiger mit Zitronensaft nachwürzen.

Ein wunderbares Essen, schnell zubereitet, das mal wieder von perfekten Grundzutaten lebt. Einfach, schlicht und sooo köstlich.