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Sonntag, 9. November 2014

Wirtshaus Steirereck am Pogusch und Besuch in Wien


Vergangenes Wochenende hatte Yannick Geburtstag und wir haben ihm endlich seinen Wunsch erfüllt und ihn und Caro mal wieder in Wien besucht. 

Eigentlich war über diesen 'privaten' Anlass kein Beitrag geplant, doch da gibt es ein Highlight, das ich euch nicht vorenthalten kann, dazu später mehr....

Die 800 km Anfahrt sind schon heftig - das teilen wir uns zumindest bei der Anreise gerne in zwei Hälften und machen im Brauereigasthof in Aying Station. Da ist Gerhard in seinem Element und isst wie meistens immer dort seinen heissgeliebten Krustenbraten. Wir planen auch immer etwas Zeit ein (und haben eine Kühltasche im Gepäck), um bei den Hermansdorfer Werkstätten einzukaufen - und für diesmal als Mitbringsel die Kinder in Wien zu beglücken. Einen sehr guten Einblick über die handwerklich verarbeiten Produkte gibt es hier bei Bushcook zu sehen.



Am nächsten Morgen geht es nach einem schönen Frühstück weiter in Richtung Wien zu unserem Sohn. Caro und er empfangen uns mit einem schönen Brotzeit-Teller  mit einer schönen Jausen (heisst das auch so in Österreich???) mit Joseph-Brot (genial!!!), Bein-Schinken von Thum (köööstlich!!!) mit Kren (hach, das ist frisch geriebener Meerrettich - ich habe gelernt), Käse vom Karmelitermarkt, selbstgemachter Obaztater Liptauer (dankeschön!) (so heisst der nicht in Österreich... liebe Blogger-Freunde aus Österreich, bitte korrigiert mich, bevor dies mein Sohn liest ;-)

Danach sind wir durch den wunderschönen Park von Schloss Schönbrunn gebummelt, 






haben anschliessend am Graben draussen unter den Wärmelampen vom Schwarzen Kameel gesessen, etwas getrunken und auch eines der köstlichen Brötchen probiert, auch wenn wir für abends einen Tisch bestellt hatten. 

Caro hat für uns einen schönen ursprünglichen Heurigen, in den auch die Wiener einkehren, ausgesucht - bei Sissi Huber - wir haben uns sehr wohlgefühlt.

Am nächsten Tag, Sonntag, ging es dann in die Steiermark. Yannick hatte es sich schon seit langem gewünscht - das ist sein Lieblings-Restaurant. Wir fuhren von Wien aus ca. 1 Stunde, bis wir am Pogusch ankamen, dem Restaurant der Familie Reitbauer vom Steirereck. Ins Steirereck in Wien habe ich es noch nicht geschafft - da muss ich noch ein bisschen Überredungskünste bei Monsieur anwenden (oder mal mit Yannick alleine hingehen ;-) ), doch nun haben wir zumindest mal bei Familie Reitbauer gegessen - völlig anders, ursprünglich, doch handwerklich grosse Küche mit besten regionalen Zutaten.

Eine Sensation! Schon bei der Ankunft dachte ich, dass ich euch diese Entdeckung nicht vorenthalten darf. Liebe Eline, liebe Susi und liebe Uschi, warum habt ihr mir das noch nicht verraten, ihr seid doch sicherlich schon dort gewesen, oder?

Griaßdi im Pogusch - wir kommen bei wundervollem, herbstlich warmem Wetter an, glücklicherweise haben wir reserviert, dürfen in der guten Stube Platz nehmen und werden vom freundlichsten, charmantesten Kellner in der knackigen Lederhose umsorgt.








Das ist der Gänseleberpilz, den sich Yannick und Caro bestellt haben.




und hier Gerhards Leberknödelsuppe - mit einem gekochten und einem gebratenen Knödel



Yannick folgte der Tagesempfehlung - Kalbsbraten mit Pilzen und Risi-Bisi



Alle anderen Fotos sind nicht brauchbar bzw. vorzeigbar - aber ich muss ja da sowieso wieder hin und dann kommt auch die richtige Kamera mit.

Nachtrag: Einen wunderschön zu lesenden und anzuschauenden Bericht über das Wirtshaus am Pogusch gibt es bei der Frau Ziii zu sehen (klick)

Samstag, 8. November 2014

Gefüllte Wachtel, Kastanien, Weintrauben und Pancetta


Wachtelschenkel gibt es bei uns häufig auf einem Salat als kleines Abendessen. Als ich bei den Genusshandwerkern entbeinte Wachteln entdeckt habe, entstand gleich die Idee, sie als Ganzes mit Kastanien und einer Fleischfarce zu füllen. Wer keine Möglichkeit hat, auf entbeinte Wachteln zuzugreifen oder nicht selbst Hand anlegen möchte, füllt sie einfach so, dann passt halt ein bisschen weniger Füllung rein, doch das ist auch kein Problem. 



Wir haben dazu den Rest Buwespitzle, den ich von diesem Essen hier (klick) noch eingefroren hatte, in etwas Butter geschwenkt und Karotten, in etwas Butter und Marsala gegart, als Beilage serviert. Ein köstliches Essen, das uns begeistert hat. Ich kann es mir auch gut als Teil eines festlichen Menus, z.B. für Weihnachten, vorstellen.

ich nehme (für 4 Personen):

4 Wachteln, entbeint

500 g Farce, bestehend aus:
Kalbshack, 1 EL fein gehackte Schalotten, 1 Ei, 1 halbes, in Sehne eingeweichtes Brötchen, 1 EL feingehackte Petersilie, Salz, Pfeffer, Muskat

4 - 6 glacierte Kastanien (wer die nicht bekommt, nimmt einfach die geschälten Kastanien, die es mittlerweile vakuumiert gibt)

Butterschmalz

pro Wachtel ca. 5 Weintrauben, enthäutet, entkernt und halbiert
ca. 50 g Pancetta oder anderer Speck, in Streifen geschnitten
1 Glas Portwein
1 grosser Schluck Cognac
Salz, Pfeffer, 1 - 2 EL eiskalte Butterflöckchen zum Abbinden der Sauce

und los gehts:

Zuerst die Farce zubereiten und mit den in kleinen Stückchen zerbrochenen Kastanien mischen. In die Wachtel füllen und zunähen.

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Die Butterflöckchen in den Tiefkühler stellen.

Die Wachteln salzen und pfeffern, in Butterschmalz von allen Seiten kurz und kräftig in der Pfanne anbräunen, in eine Gratinform umfüllen und 35 Min im Backofen braten. In der Zwischenzeit das Bratfett abschütten und den verbliebenen Bratensatz mit dem Portwein ablöschen, mit dem Cognac über die Wachteln giessen und in der Pfanne dann die Pancetta anbraten, ebenfalls zu den Wachteln in den Backofen geben.

Nach der Garzeit die Wachteln herausnehmen und im abgeschalteten Ofen ruhen lassen. 

Den Fond in eine Sauteuse umgiessen, die Butterflöckchen zum Binden einschwenken und abschmecken. Die Trauben darin erwämen und sofort servieren.

Fazit: festlich - kööööstlich!







Montag, 27. Oktober 2014

Garnelen-Curry mit Mango

Gerade nach Tagen mit üppigem Essen oder Tagen, an denen häufig Fleisch auf den Tisch kam, bekomme ich automatisch Lust auf asiatische Küche mit viel Gemüse und Obst.




Bei Susanne hat mich dieses Curry bereits vor längerem angelacht und wollte nachgekocht werden.
Im Gemüsefach meines Kühlschranks zeigten sich noch Zucchini und Broccoli und so wurde dieses leicht abgewandelte Curry daraus, das sehr einfach und vor allem super schnell zubereitet ist.




ich nehme (für 2 Personen):

2 Lauchzwiebeln, in Ringe geschnitten
1 gute Handvoll Broccoli-Röschen
1 Zucchino, in Würfel oder Scheiben geschnitten
1 EL Olivenöl
1 1/2 EL Currypaste
200 ml Kokosmilch
250 ml Geflügelfond
2 TL Fischsauce
1 Mango, geschält und gewürfelt
250 g Riesengarnelen (moi: pro Person 3 Crevettes)
1 EL Limettensaft
gehacktes Koriandergrün (moi: Petersilie)

dazu Reis

und los gehts:

Die Lauchzwiebeln im Öl anbraten, Broccoli und Zucchinistücke dazu, kurz anbraten, dann die Currypaste dazu und unter Rühren kurz mitbraten.

Kokosmilch, Geflügelfond und Fischsauce dazu, kurz aufkochen lassen, salzen, pfeffern und mit aufgelegtem Deckel so lange köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist.

Die Mango und Garnelen dazu geben, mit Limettensaft abschmecken und nochmals kurz erwärmen. 

Mit Koriander oder Petersilie bestreuen und mit Reis servieren.






Sonntag, 26. Oktober 2014

da war doch noch was - das elsässische i-Tüpfelchen

Ist es euch auch schon so ergangen, dass ihr versucht habt, etwas nachzukochen, was ihr im Restaurant gegessen habt und irgendetwas, irgendeine Kleinigkeit fehlte? Es hat nicht schlecht geschmeckt, aber da fehlte das i-Tüpfelchen. Nun, zumindest für manche elsässische Gerichte kann ich euch da weiterhelfen. Da gibt es etwas, was in den einfachen Restaurants oder Fermes Auberges im Elsass nie fehlen darf, nämlich exakt diese Zaubermischung:



Das sieht aus wie einfache, gehackte Petersilie denkt ihr jetzt sicherlich. Ja, aber was darin noch steckt... 



Gebt einfach eine Handvoll Petersilie in den Blitzhacker, werft 2 geschälte Schalotten und 2 geschälte Knoblauchzehen dazu et voilà - das wars.

Nun in ein luftdicht verschliessbares Gefäss geben und im Kühlschrank aufbewahren, das hält sich ein paar Tage. Vor Verwendung muss die Petersilienmischung mindestens 2 Stunden durchziehen. Ganz wunderbar schmeckt sie an grünen Blattsalaten, einfach etwas darüber streuen oder mit in die Vinaigrette geben. Bei einem Coq au Vin ist sie unerlässlich und gibt ihm erst den richtigen Kick. Ich gebe sie an Bratkartoffeln oder an Gemüsesuppen, in klare Brühen und wenn ich immer noch einen Rest davon im Kühlschrank habe, mache ich mir ein Rührei damit.

Samstag, 25. Oktober 2014

Restaurant Le Cleebourg

Restaurant Le Cleebourg, Route du vin, 67160 Rott (Cleebourg)
Tel. 03 88 54 94 80
täglich mittags und abends geöffnet (zwischendurch gibt es die kleine Karte der Winstubb)

Es wird mal wieder Zeit für einen Restaurant-Bericht, vor allem, da die dazugehörigen Fotos schon lange in der Warteschleife hängen.




Das Restaurant Le Cleebourg hat seit Anfang d.J. eröffnet und ist vor allem mit dem mittäglichen Plat du Jour mittlerweile unverzichtbar geworden. Wir waren an einem Samstagmittag dort und hatten à la carte gewählt:

Salade Gourmande:



den elsässischen Klassiker Choucroute pour Monsieur:






Et pour Madame den französischen Klassiker: Steak, Frites:




und anschliessend Café Gourmand:



Zwetschgentarte, Zwetschgensorbet, Fruchsalat, Espresso

Kumquacello



Jedes Jahr blüht mein Kumquat-Bäumchen prächtig und erfreut mich mit seinen kleinen weissen Blüten und einem dezenten Zitrusduft. Und jedes Jahr, bevor es ab ins Winterquartier geht, erscheinen dann endlich anstelle der hübschen Blüten Früchte. Ein bisschen spät, manche reifen leider nicht mehr komplett. Und jedes Jahr pflücke ich sie und ertränke sie in Alkohol. Manchmal mache ich auch daraus ein Kumquat Chutney (aus den richtig schön reifen Früchten), das schmeckt grandios zu Möhren.

Aus den restlichen Früchten machen ich schon seit einigen Jahren einen sogenannten "Kumquacello".

Also, die Kumquats vierteln, in ein grosses Gefäss geben, mit Wodka übergiessen und mal so 2 - 3 Wochen ziehen lassen. Vielleicht auch eine halbierte Vanillestange mit in das Gefäss geben. 

Danach Rohrzucker in das Gefäss geben und nochmals 1 Woche ziehen lassen (ich rechne für ca. 3 l Wodka ca. 700 g Zucker, aber das kommt auf den persönlichen Geschmack an).

Durch ein Mulltuch sieben und in Flaschen abfüllen.

Man kann das dann auch so geniessen:

http://bonjouralsace.blogspot.fr/2014/02/ein-aufopferungsvoller-selbstversuch.html

*hicks*



Freitag, 24. Oktober 2014

Kartoffelsotto, Risotto von der Kartoffel oder... wie es euch gefällt



Ja, wie nenne ich dieses dem Risotto nachempfundene Kartoffel-Gericht? Rosalind und Orlando kann ich nicht mehr fragen, doch ich bin sicher, sie wären mit meiner Wahl einverstanden: Mir erscheint der Name Kartoffel-Risotto am ehesten geeignet, zumal die Zubereitung der des Risottos ähnelt: anbraten, mit Flüssigkeit aufgiessen, rühren, rühren und rühren, bis alle Flüssigkeit verkocht ist, nochmal mit Flüssigkeit aufgiessen und rühren, rühren, rühren, bis alle Zutaten schön bissfest gegart sind. Wer Risotto kann, kann auch Kartoffel-Risotto - den Zutaten und jeweiligen Vorlieben sind keine Grenzen gesetzt - wie es euch gefällt!




ich nehme (für 2 Personen):

2 grosse Kartoffeln
1 grosse gelbe Zwiebel
2 EL Butterschmalz oder Ghee (moi: selbstgemacht)
2 Möhren
1 Staudensellerie
1 Fenchelknolle

Riesling
Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
frisch geriebener Parmesan
gehackte glatte Petersilie




und los gehts:

Alle Gemüse putzen bzw. schälen, die Schweizer haben dafür ein schönes Wort: 'rüsten'

Dann alles in möglichst gleich grosse, aber bitte nicht zuuu grosse Würfel schneiden und in Butterschmalz bzw. Ghee - beginnend mit den Zwiebelwürfeln - anbraten. Nach und nach alle anderen Gemüsewürfel dazugeben, salzen, pfeffern und unter rühren braten, mit einem grooossen Schluck Riesling ablöschen und wieder rühren, rühren, rühren, bis der ganze Riesling weggetrunken ist (nur der in der Pfanne, Köchinnen-Wein nicht berücksichtigt).

Mit Gemüsebrühe auffüllen bis alles knapp bedeckt ist und wieder rühren, rühren, rühren bis alles aufgesogen ist. Wahrscheinlich ist das Gemüse einschliesslich der Kartoffeln dann schon gar, ansonsten das ganze Procedere nochmals.

Am Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken, einen guten Esslöffel Butter (oder Ghee) darunter rühren und - diesen Schritt dürfen die Veganer weglassen - es schmeckt trotzdem - mit frisch geriebenem Parmesankäse verrühren.

Mit gehackter Petersilie servieren.