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Dienstag, 3. März 2020

Frühlings-Rezept: kleine Calamaretti (Sepiolini), Fenchel, Kichererbsen, Tomaten

Nun beginnt endlich die Jahreszeit, die ich am meisten liebe: den Frühling! Letzte Woche waren wir noch im Tessin - da ist die Natur ein wenig weiter fortgeschritten als hier im Elsass: die Kamelien blühen, die Magnolien, die Forsythien ebenso und vor allem meine Lieblingsblumen, die Mimosen.

Doch auch hier zeigen sich die Frühlingsboten und vor allem, wenn diese Tiere zurückkommen, weiss ich, dass sich der Frühling nicht mehr aufhalten lässt:

dieses Paar haben wir letztes Wochenende in der näheren Umgebung entdeckt

Spätestens jetzt kommt auch die Lust auf leichte frühlingshafte und vor allem mediterrane Gerichte, wie z.B. diese wunderbaren Sepiolini (kleinste Calamaretti oder Tintenfische, die ich bereits fertig geputzt tiefgekühlt bestelle). Keine Kompromisse gehe ich bei den Kichererbsen ein. Da liegt ein riesiger Unterschied zwischen den Exemplaren aus der Dose und den selbst gekochten. Also, macht euch die Arbeit, bereitet einen grösseren Vorrat zu und friert ihn portionsweise ein, ihr werdet schmecken, dass sich diese Arbeit lohnt. Wer einmal die selbstgekochten gegessen hat oder auch Hummus damit zubereitet hat, wird künftig die Dinger aus der Dose nicht mehr mögen. Also, selbermachen ist mal wieder angesagt.

Und das geht so:

Ein Päckchen (500 g) getrocknete Kichererbsen über Nacht in der doppelten Menge Wasser einweichen (mind. 12 Stunden), notfalls noch Wasser nachschütten, da die Kichererbsen komplett bedeckt sein müssen. Am nächsten Tag das Wasser abschütten, die Kichererbsen gründlich abspülen und in einem ausreichend grossen Topf gut bedeckt mit Wasser ca. 2 Stunden kochen. Die Garzeit richtet sich danach, wie frisch die getrocknete Ware ist. Sind es ältere Kichererbsen, kann es gut sein, dass die Kochzeit 2 1/2 Stunden und länger beträgt. Zwischendurch immer mal wieder probieren.

Sind sie gar, abschütten und abkühlen lassen. Und nun kommt der unangenehme Teil: die Kichererbsen sind von einer Haut umgeben und die muss weg. Denkt blos nicht, ihr könntet euch das sparen, es schmeckt einfach nur unangenehm. Also, die kleinen Quälgeister wieder in eine Schüssel Wasser geben, immer eine kleine Menge in eine Hand geben und zwischen den Handinnenflächen hin und her reiben. Wieder ins Wasser geben und im Idealfall schwimmen die Häute oben und ihr könnt sie einfach abschöpfen. Ich sage nur im Idealfall.... notfalls müsst ihr die verbliebenen einzeln von den Kichererbsen abpulen, was aber auch zu bewältigen ist. Am besten ertrage ich das mit einem guten Glas Wein.

So, ist diese Arbeit erledigt, abschütten, abtropfen lassen und portionsweise (150g) einfrieren.

Das war die Vorarbeit, jetzt geht es richtig los:



ich nehme (für 3 - 4 Personen):

500 g geputzte Calamaretti (Sepiolini oder... oder...)
1 Zwiebel, geschält und in Spalten geschnitten
150 g gekochte Kichererbsen
1 grosse Fenchelknolle (das Grün aufheben)
2 EL Tomatenmark oder eine kleine Dose passierte Tomaten
Olivenöl
Salz, Pefffer

und los gehts:

Calamaretti in Stücke bzw. Streifen schneiden, im heissen Olivenöl kurz und schnell anbraten und sofort heraus nehmen, sonst werden sie hart. Im Backofen warm stellen. Im verbliebenen Öl mit aufgelegtem Deckel die Zwiebelspalten andünsten. Den Fenchel in feine Streifen schneiden, ebenfalls in die Pfanne geben. Kichererbsen und Tomatenmark oder Tomaten zugeben, salzen, pfeffern und abschmecken. Ist alles schön bissfest gegart, die Sepiolini zugeben, kurz erhitzen, mit dem Fenchelgrün garnieren und sofort servieren.








Samstag, 22. September 2018

Viktoria's Tomatensalat mit Wassermelone

Werbung ist wichtig - auch, und gerade in der Gastronomie! Ich weiss! Doch es gibt Adressen, da muss man egoistisch sein, die behält man lieber für sich. So, wie ich das Spielweg. Das ist MEIN Hotel!! Wenn ich mich mal zurückziehen möchte, gehe ich ins Hotel Spielweg im schönen Münstertal im Schwarzwald. Nun habe ich schon fast zu viel gesagt. Aber vielleicht schreckt euch das ab: Dort gibt es kaum Handy-Empfang und das Internet ist extrem langsam, also, am besten gar nicht nutzen. Manchmal empfehle ich es an Freunde, aber wirklich nur manchmal. Werbung dürfen andere für das Spielweg machen, die können das auch besser als ich, lest doch mal hier (klick) und hier (klick).

Doch nun muss ich meine Zurückhaltung aufgeben, denn dieser Salat von Viktoria Fuchs, den ich bei meinem letzten Aufenthalt dort gegessen habe, ist zu grandios, als dass ich ihn euch vorenthalten könnte. Sie hat ihn bereits in einigen unterschiedlichen Varianten zubereitet - ich durfte ihn mit der hausgemachten Wildbratwurst und Oktopus probieren. Wird er dann auch noch mit dem umwerfenden Lächeln und der überwältigenden Herzlichkeit von ihrer Schwester Kristin Fuchs serviert, dann fehlen mir die Worte und ich kann einfach nur noch geniessen. Ihr könnt diesen Salat ganz leicht nachbasteln, dazu müsst ihr nicht unbedingt den weiten Weg zur Familie Fuchs ins Münstertal auf euch nehmen (und falls es mir doch nicht gelungen sein sollte, euch dies auszureden, habt ihr eine grandiose Entscheidung getroffen!) 😀😊😊



Viktorias Tomatensalat mit Wassermelone, Merguez und Oktopus (von mir leicht abgewandelt)

ich nehme (für 4 Personen):

  • 9 Tomaten, verschiedene Sorten und Grössen (z.B. gelbe, grüne, Ochsenherztomaten, verschiedene Kirschtomaten)
  • Zucker
  • Olivenöl
  • Apfelessig
  • Zitronensaft
  • Basilikum
  • 1 Stück Wassermelone
  • Salz
  • 3 - 4 Merguez
  • 2 - 3 Oktopus-Schwänze
Die Tomaten in verschieden grosse Ecken und Scheiben schneiden. Einige Scheiben der Ochsenherztomate zur Seite legen. Den Rest in einer Schüssel mit wenig Salz und Zuckersowie OlivenölApfelessig und einem Spritzer Zitronensaft würzen. Ein paar Blätter Basilikum in feine Streifen schneiden und dazugeben. Alles vorsichtig vermischen.
Die Wassermelone in grobe Würfel schneiden und den Tomaten beigeben.
Pro Person 1 Merguez anbraten, ebenso einen kleinen Oktopus-Schwanz. Kurz vorm Servieren in Stücke schneiden, auf dem Salat anrichten, mit frischen Kräutern, vor allem Minze und Basilikum, und evtl. Blüten garnieren und servieren.
Voilà!




Sonntag, 12. Juni 2016

Oktopus-Salat - ein wundervolles schnelles Sommeressen mit zitroniger Note

Oktopus gibt es vor allem in den Sommermonaten immer in meinem Tiefkühler zu finden. Ich bereite ihn wie hier beschrieben schon seit Jahren nach der Methode von Giorgio Locatelli zu, d.h. nicht in Wasser zerkocht, sondern ohne Wasser in gutem Olivenöl, Kräutern und evtl. etwas Chili ziehen gelassen. Nach dieser Methode wird er wunderbar zart und herrlich aromatisch.



Einen Teil der gegarten Fangarme trenne ich ab und friere sie portionsweise ein. So habe ich immer eine schnelle Köstlichkeit für den Grill oder als Salatzutat.

Diesmal habe ich eine neue Variante ausprobiert, die mich so begeistert hat, dass ich sie euch nicht vorenthalten will:



Oktopus-Salat mit Grilltomaten und Salzzitronen:

Den am Vorabend im Kühlschrank aufgetauten Oktopus 1 Stunde vor dem Braten Zimmertemperatur annehmen lassen. Auf dem Holzkohlengrill und auf dem Herd in der Grillpfanne von allen Seiten kurz grillen, dabei 2 Tomaten quer halbiert mitgrillen, dabei mit etwas Olivenöl bestreichen. Abkühlen lassen.

Den abgekühlten Oktopus in Scheiben schneiden und zusammen mit den leicht mit der Hand zerquetschten Tomaten (vorher die Haut entfernen) in eine Schüssel geben. Mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und etwas Piment d'Espelette würzen. Feingehackte glatte Petersilie, frischen Knoblauch und geriebene Zitronenschale dazu geben und ein paar fein gewürfelte Salzzitrone-Stücke dazu geben. Ich habe den Oktopus auf Ruccola angerichtet.

Kööööstlich!!!