Sonntag, 4. September 2016

Auberge de la chèvrerie, Griesheim

Auberge de la Chèvrerie, rue des Puits, 67870 Griesheim près Molsheim
Tél. 03 88 38 83 59
geschlossen: Montag, Dienstag und Sonntagabend

Dies ist mal wieder eine der Entdeckungen, die mich zu Begeisterungsstürmen veranlasst und mich wünschen lässt, dass es mehr solcher Genussplätze wie diese geben möge.




Nur 10 Minuten von Obernai entfernt fanden wir dieses sehr empfehlenswerte Restaurant, das von Cynthia und Yann Eber geführt wird. Sehr ruhig im Grünen gelegen mit einem traumhaften Blick auf die Vogesen und den Mont St. Odile. Schon der erste Blick auf die Speise- und Getränkekarte zeigt mir, dass hier grossen Wert auf Regionalität und Bioqualität gelegt wird. Alle Produkte stammen von regionalen Produzenten, der Ziegenkäse ist vom eigenen Hof, dessen Produkte man direkt nebenan im kleinen Hofladen erwerben kann.

Schon der Auftakt ist vielversprechend - ein Selleriepüree mit Kaffee-Aroma fein abgeschmeckt, dazu kleine Würfel vom eigenen Ziegenkäse:



Für Monsieur die hausgemachte Gänseleber-Terrine mit Aprikosen und Mandelsplittern:


Für mich dieser grandiose Teller mit in Sylvaner marinierten Makrelenfilets mit grünem Apfel und Staudensellerie und Liebstöckelessig:



anschliessend Perlhuhn Suprême mit Graupenrisotto:



für Monsieur als süssen Abschluss in Matcha marinierter Pfirsich und Bibleskaas-Eis:



und für mich drei Ziegenkäse vom Hof, wovon mir besonders der dezent geräucherte sehr gut geschmeckt hat:




Die Weinkarte bietet ebenfalls viel Regionales, erfreulicherweise auch eine schöne Auswahl von glasweise angebotenen Weinen. Wir probieren den Le Blanc 2014 vom biodynamisch arbeitenden Marcel Deiss aus Bergheim, ein Winzer, den ich schon längst mal besuchen wollte. Das nehme ich mir für unseren nächsten Besuch in dieser Region vor, denn eins ist klar: Ich MUSS da wieder hin!

Merci, chère Madame Eber, pour votre hospitalité!

Donnerstag, 1. September 2016

Au Cheval Blanc, Graufthal

Restaurant Au Cheval Blanc, 19, Rue Principale, 67320 Graufthal, Tel. 03 88 70 17 11





Das kleine Dorf Graufthal im Zinseltal entstand im 12. Jahrhundert rund um die dortige Benediktinerabtei. Mehrere in die hohen Felsen aus rosa Sandstein gegrabene Höhlen dienten den Mönchen als Lager, bevor sie nach und nach in Wohnhäuser umgewandelt wurden: Die Felsen dienten als Rückwand und das Gestein als Decke und Boden. Nur die hellblauen Vorderfassaden sind von Menschenhand erbaut. Die letzte Höhlenbewohnerin Catherine Ottermann verstarb 1958. In diesen 1984 unter Denkmalschutz gestellten Höhlenhäusern befindet sich heute ein anschauliches Museum, das das Umfeld der letzten Einwohnerin bildhaft wiedergibt.
Quelle: Alsace Tourisme

Direkt gegenüber des grossen Parkplatzes liegt das Restaurant von Brigitte und Gilles Stutzmann - er kocht, sie leitet den Service.




Wir hatten nicht reserviert, aber glücklicherweise gab es an einem Samstagmittag Platz für uns auf der schönen grossen Terrasse.

Gleich beim Studieren der interessanten Speisekarte war für mich klar, dass ich diese Vorspeise haben wollte:

Parfait vom Bio-Ei mit einem Schaum von frischen Morcheln
Gerhard wollte lieber auf ein Entrée verzichten, da er sich komplett den Kalbsnieren widmen wollte und eventuell sollte dann noch Platz für ein Dessert sein. Welch sympathische Geste von Monsieur Stutzmann: Damit mein armer Mann mir nicht hungrig zuschauen musste, gab es für ihn einen kleinen Teller mit gebratenen Scheiben von Lyoner Wurst und Melone:


und dann die Kalbsnieren in einer cremigen, deutlich nach Cognac schmeckenden Sauce mit hausgemachten Spaetzle.

Casolette von Kalbsnieren und Champignons mit Cognac flambiert

Für mich gab es als Hauptgang Fisch:


Kabeljaurücken mit Gemüsen und Pesto



Tja, und wie so oft... danach ging dann leider nur noch Café.



Sonntag, 28. August 2016

unser diesjähriger Sommer-Hit: Sommerrollen



Sommerrollen sind einfach, schnell gemacht, wunderbar leicht und gästetauglich, da man sie sehr gut vorbereiten kann. Damit haben sie sich für mich schon qualifiziert zu meinem diesjährigen Hit für heisse Sommertage.




Ich hatte sie bereits letztes Jahr bei Petra entdeckt (klick hier für ihr Rezept) und in der Zwischenzeit haben wir schon einige Variationen für uns abends auf der Terrasse zubereitet. Man stellt einfach alle Zutaten, in kleinen Schalen oder Tellern hübsch angerichtet auf den Tisch, bereitet ein oder zwei Dips zu und jeder kann sich seine Sommerrolle nach Gusto selbst zubereiten. Mit den fettigen frittierten Frühlingsrollen habe diese köstlichen kleinen Dinger glücklicherweise nicht mehr die geringste Ähnlichkeit.

ich nehme (für 2 - 3 Pers.)

6 - 8 Blätter Reispapier 
ein paar Blätter grüner Salat, evtl. in etwas breitere Streifen geschnitten
ca. 2 Karotten, in Julienne geschnitten
1 kleine Zucchino, in Julienne geschnitten
2 EL geröstete Erdnüsse
2 Zweige Koriander
3 Zweige glatte Petersilie
1 Zweig Minze

und je nach Gusto:

fein geschnittene Scheiben Mango, Sojasprossen, Glasnudeln, Garnelen (roh), angebratene Streifen von Räuchertofu, gebratene Streifen von Entenbrust, gegrillte Rinderfilet-Streifen oder krümelig gebratenes Hack, pikant gewürzt

DIP: 

1. Variante: Sweet Chili Sauce, Rezept gibt es hier (klick)

2. Variante: 3 EL Erdnussöl, 1 EL Reisessig, 1 EL Limettensaft und evtl. abgerieb. Schale, 2 EL Tamari, 1 EL Fischsauce, 1 TL Honig, 1 EL Knoblauch, feinst gehackt, 1 EL Ingwer, frisch gerieben

3. Variante: Erdnusssauce
1 Knoblauchzehe, 1 rote Chilischote fein hacken, in 1 EL geröstetes Sesamöl glasig dünsten. 1 TL Zucker zugeben und mit 150 ml Wasser ablöschen. 4 EL Limettensaft, 120 g Erdnusscreme, 3 EL Hoisin- und 2 EL Sojasauce zugeben und vor dem Servieren abkühlen lassen.

4. Variante: Chili-Limetten-Sauce
50 ml Fischsauce, 4 EL Limettensaft, 1 TL brauner Zucker und 75 ml kaltes Wasser in einer Schale verrühren. 1 Knoblauchzehe, 1 Chilischote und 6 Stiele Koriander (mit den Stielen) fein hacken. Vor dem Servieren mind. 10 min durchziehen lassen.

5. Variante: Hoisin-Sesam-Sauce
4 EL Hoisinpaste (ersatzweise Hoisin-Sauce), 4 EL Sriracha-Sauce (scharfe Chilisauce), 4 EL Sojasauce, 6 EL Sweet-Chili-Sauce, 2 EL geröstetes Sesamöl und 2 EL Reisessig mit 6 EL Wasser verrühren und durchziehen lassen. Evtl. mit Sesamkörnern bestreuen.

Samstag, 20. August 2016

Wochenmarkt in Barr - marché hebdomadaire

Ich liebe Märkte - insbesondere die französischen Märkte. Eine schöne Sammlung von südfranzösischen Märkten mit wundervollen stimmungsvollen Fotos gibt es bei Micha zu bewundern.

Auch unsere elsässischen Märkte haben ihren Charme. Wann immer Gerhard und ich am Wochenende im Elsass unterwegs sind, versuchen wir, dies mit einem Besuch auf einem der Wochen-Märkte zu verbinden, so diesmal auf dem Markt in Barr im Nord-Elsass, der samstags auf dem Place de la Gare stattfindet.



Wir haben diesen Markt Anfang Juni besucht. Es war ein ziemlich trüber, regnerischer Tag und das Fotografieren der Köstlichkeiten an den jeweiligen Markt-Ständen war nicht so ganz einfach, da die Scheiben stark beschlagen haben und die Händler bei Hochbetrieb auch nicht nachkamen, diese trocken zu reiben. Doch lasst einfach die Fotos auf euch wirken:
























Freitag, 19. August 2016

Auberge d'Imsthal, bei La Petite Pierre

Auberge d'Imsthal, Lieu-dit Imsthal, Route Forestière, bei La Petite Pierre, täglich geöffnet, Tel. 03 88 01 49 00

Wir waren an einem der wenigen sommerlich warmen Tage Anfang Juli in dieser wundervoll gelegenen Auberge mitten im Wald in den Nordvogesen.



Foto Auberge d'Imsthal

Man sitzt auf der grossen Terrasse mit Blick auf den Natur-See, der nicht nur von den Hotelgästen, sondern auch von den Restaurant-Besuchern genutzt werden darf. Eine schöne Liegewiese, ein Picnic-Platz und eine herrliche Bademöglichkeit, um sich kurz vor dem Essen noch eine kleine Abkühlung zu gönnen.

Foto Auberge d'Imsthal

Der Service ist überaus freundlich und zuvorkommend. Die Speisekarte ist traditionell und verzeichnet einige der elsässischen Klassiker wie Schnecken und Gänseleber-Pastete.

Für mich gibt es als Vorspeise Salat mit warmem Ziegenkäse:




und anschliessend ein tadellos gebratenes Entrecôte mit selbstgemachter Kräuterbutter und frischem Gemüse



Gerhard entdeckt eines seiner Lieblingsessen auf der Karte: Bouché à la reine - Königinpastetchen




und gönnt sich anschliessend noch ein Eis. Für mich gibt es einen Espresso und einen wunderbaren Mirabellen-Schnaps.

Wir sitzen bis abends spät auf der schönen Terrasse und plaudern mit dem Patron, dessen herrlicher Humor ihn zu einem angenehmen Gesprächspartner macht.

Montag, 15. August 2016

sablés au chocolat et fleur de sel de Pierre Hermé

Sablés au chocolat et fleur de sel de Pierre Hermé



Zum ersten Mal habe ich diese Köstlichkeit bei einer meiner Lieblings-Bloggerinnen entdeckt - da hatten die Sablés allerdings schon die Runde durch unzählige deutsch, englisch und französisch sprachige Blogs gemacht. Bis ich mich zu Süsskram aufraffen kann, dauert es ja immer ein Weile, zumal das Rezept diesmal vom französischen Meister-Pâtissier Pierre Hermé stammt, doch dann haben sie Monsieur sooo sehr begeistert, dass es sie schon häufig gegeben hat - zumal sie nun wirklich einfachst und schnell zuzubereiten sind. Lediglich der leicht krümelige Teig stellt eine kleine Herausforderung dar...



Für Schokoladenfans und Süssschnuten sind diese Kekse ein MUSS - intensivster Schokogeschmack und das zarte Knistern der Salzkristalle rufen höchstes Entzücken hervor - ich weiss wovon ich schreibe, stehe ich doch als unbeteiligte Bäckerin und Beobachterin staunend daneben und sehe, wie nach und nach und unaufhaltsam ein sablé nach dem anderen im Mund von Monsieur verschwindet (aufbewahren in der Keksdose??? das probieren wir beim nächsten mal ...)

ich nehme:

175 g Mehl
30 g Kakao
5 g Natron
150 g weiche Butter
120 g Rohrzucker
50 g Puderzucker
5 g Fleur de sel
Mark einer Vanilleschote
150 g Zartbitter-Schokolade

und los gehts:

Die Schokolade mit Hilfe eines Brotmessers oder einer Reibe fein hacken oder reiben. Mehl, Kakao und Natron vermischen und sieben. Die sehr weiche Butter mit dem Rohrzucker, Puderzucker, Salz und Vanille gut vermischen. Die Mehl-Kakaomischung dazugeben und alles vermengen - die Schokoladenraspeln zuletzt unterkneten.

Nur so viel wie nötig kneten. Darauf achten, dass sich beim Rollen keine Luft einschließt. Aus dem Teig zwei 4 cm dicke Rollen formen (der Teig ist etwas bröselig, es hilft, die Rollen in Klarsichtfolie zu formen). 2-3 Stunden in den Kühlschrank stellen. Ein paar Minuten warten, bis der Teig sich ohne zu brechen schneiden lässt. Dann 1cm dicke Scheiben schneiden und mit ein wenig von etwa 2-3cm Abstand auf ein Blech mit Backpapier verteilen.

Bei 170 °C Umluft nicht mehr als 11-12 Minuten backen, sie dürfen nicht austrocknen. Komplett abkühlen lassen, bevor man sie in einer Blechdose aufbewahrt.

Samstag, 13. August 2016

Restaurant A L'Agneau, Mothern

Restaurant à l'agneau, 8, route de Seltz, 67470 Mothern, Tel. 03 88 94 80 66
Ruhetage: Mittwoch und Donnerstag, Sonntag durchgehend warme Küche


Schon seit vielen Jahren kommen wir in dieses gemütliche Restaurant, das von Sabine und Jean Louis Pautler geführt wird. Madame ist im Service, souverän, aufmerksam, charmant, Monsieur führt seine Brigade in der Küche an.

Als Tagesempfehlung gibt es als Vorspeise frische gegrillte Sardinen - da kann ich nicht widerstehen, denn das ist für mich Sommer pur:



Gerhard wählt einen Klassiker aus der elsässische Küche, Burgunderschnecken, mit einer köstlichen selbstgemachten Kräuterbutter:


Beim Hauptgericht sind wir uns mal wieder einig: Wir haben schon vieeel zuuu lange kein Cordon Bleu mehr gegessen, das musste mal wieder sein!



Zum Abschluss dann für mich eine perfekt gereifte Käseauswahl, das Highlight war oben links im Bild der Munster in Walnussöl:


Für Gerhard darf es noch etwas Süsses sein: Créme Brulée, mit Sommerfrüchten und einem Mango-Sorbet, allerdings in einer unvorstellbar grossen Portion, da musste er kapitulieren:


Wir hatten der sommerlichen Jahreszeit angepasst, einen schön hellen Rosé aus dem Département Var, wobei ich mir leider den Namen nicht gemerkt habe. Das muss ich beim nächsten Besuch im Agneau nachholen.