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Sonntag, 1. Juli 2012

Kalbsnieren in Portwein - rognons de veau au Porto




An Innereien scheiden sich die Geister. Alles mag ich auch nicht, doch Kalbsleber oder -bries mag ich ab und zu schon ganz gerne und bereite es, wenn ich eine gute Qualität beim Metzger bekomme, zu Hause schon mal zu. Kalbsnieren haben wir bisher nur im Restaurant gegessen. Irgendwie hatte ich noch diesen Geruch von früher in der Nase, wenn meine Mutter Saure Nierchen zubereitet hat, da schüttelt es mich noch heute, wenn ich daran denke.


In Frankreich bereitet man Kalbsnieren üblicherweise "à la moutarde", d. h. in Senfsauce mit Sahne zu. Ich bin kein Fan von Sahnesaucen - uns hat es in dieser Variante wesentlich besser. Wer mag, kann auch noch eine gute Handvoll frische, in große Würfel geschnittene Champignons zufügen und mit den Kalbsnieren anbraten.

Zutaten: (für 3 Personen)


2 - 3 Kalbsnieren (+ evtl. 1 gute Handvoll Champignons)
2 rote Zwiebeln
3 EL Butter (moi: Salzbutter)
ca. 200 ml kräftiger, dunkler Fond (moi: Rinderfond)
50 ml guter Portwein
Salz, Pfeffer
1 EL sehr guter Balsamico


Zubereitung:

Die Kalbsnieren waschen und putzen, d.h. einmal längs durchschneiden (durch den Fettstrang in der Mitte), dann in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden und das Fett heraus schneiden, entweder mit einem scharfen Messer oder aber, was auch sehr gut geht, mit einer scharfen Haushaltsschere. Die bratfertigen Nieren zur Seite stellen.

Zwiebel schälen, in mittelgroße Würfel schneiden und in einer Sauteuse in 1 EL Butter bei milder Hitze mit aufgelegtem Deckel weich dünsten. Sobald die Zwiebel weich sind mit geöffnetem Deckel die Zwiebel etwas Farbe annehmen lassen. Mit dem Portwein ablöschen, einkochen lassen. Danach kann ein Schlückchen Cognac auch nicht schaden (in der Pfanne!!!). Anschließend mit einem Teil des Fonds ablöschen, einreduzieren lassen, nochmal Fond... usw., bis der Fond aufgebraucht ist. Es sollte eine leicht gebundene, intensiv schmeckende Sauce entstanden sein. Mit Salz, Pfeffer und Balsamico  abschmecken und zur Seite stellen.

In einer genügend großen Pfanne die Kalbsnieren in 2 EL Butter anbraten, evtl. in 2 - 3 Portionen, da die Nieren alle den Pfannenboden berühren müssen, damit sie keine Brühe ziehen, d.h. auch die Hitze entsprechend regulieren, so stark, dass die Nieren gut anbraten, aber die Butter nicht verbrennt. Das sollte höchstens pro Vorgang 4 Minuten dauern. Die Nieren sollten keinesfalls blutig, sondern dezent rosa sein. Portionsweise salzen und pfeffern, im Ofen warm stellen, die nächste Portion anbraten. Dann alles in die Sauteuse zu der vorbereiteten Sauce geben und nochmals kurz erhitzen.



Wir haben dazu Tagliatelle gegessen und einen schönen, frisch geernteten Salat aus dem Garten.

Dies ist das erste Mal, dass in diesem Haushalt Kalbsnieren zubereitet werden, also eine Kalbsnieren-Premiere in unserer Küche. Und genau solche Premieren sucht nata von pastasciutta, die bei zorra von Kochtopf-Today das aktuelle Blog-Event "Das erste Ma(h)l)" ausrichtet.



Blog-Event LXXIX - Das erste Ma(h)l (Einsendeschluss 15. Juli 2012)