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Dienstag, 8. Januar 2013

der reduzierte Weihnachtsvogel


Weihnachten wurde bei uns wegen einer fiesen Erkältung, die zuerst Gerhard und dann auch mich erwischt hatte,  nur sehr reduziert gekocht. Aus Angst vor Ansteckung wurden wir von den übrigen Familienmitgliedern gemieden. Lediglich Yannick liess sich glücklicherweise nicht erschrecken und reiste aus Wien in die Bakterien-Hochburg.

Für das Weihnachts-Menü war alles vorbestellt bzw. bereits eingekauft oder vorbereitet und schlummerte teilweise in der TK. Am 1. Weihnachtstag war eine Pute geplant. Eine Pute für 3 Personen? Mit Vorspeise, diversen Beilagen und Dessert? Was tun? Wir haben beschlossen, egal wie, Weihnachten findet statt! Dann halt alles reduziert: Es gibt keine Vorspeise, der Vogel wird nicht gefüllt, es gibt nur 1 - 2 Scheiben Serviettenknödel und nur eine Sorte Gemüse. Und vor allem habe ich rechtzeitig nach einer umfangreichen Truthahn-Resteverwertung geschaut und schon mal die dafür benötigten Zutaten besorgt. Die Serviettenknödel wurden nach Michas Rezept zubereitet, die diese bei der Bäckchen-Königin Astrid entdeckt hatte. Die Sauce hatten wir vor 3 - 4 Wo. bereits mit Geflügelfond und Orangen zubereitet, mit Grand Marnier abgeschmeckt und eingefroren. Der Rosenkohl war auch bereits geputzt und blanchiert eingefroren und musste nur noch mit Butter und Kastanien gedünstet und mit Calvados abgeschmeckt werden. Doch nun zur Pute, die uns zwar ausgezeichnet geschmeckt hat, jedoch unbedingt noch verbesserungswürdig ist. Das üben wir nächstes Jahr noch mal, wenn alle beteiligten Köche gesund und fit sind.

ich nehme:

1 Pute, Truthahn, Turkey - ganz gleich wie man den Vogel nennt, er sollte unbedingt von erster Qualität sein, das Gewicht richtet sich nach der Personenzahl, unserer wog ca. 5 kg
Salz, Pfeffer
1 Bio-Orange zum Füllen, geviertelt
1 Zwiebel, geschält und geviertelt
1 Apfel, geviertelt
125 g Butter
Zahnstocher und Fleischschnur zum Verschließen

und los geht's:

Das Geflügel innen und außen waschen, abtropfen lassen und etwas trocken tupfen. Innen und außen sorgfältig salzen und pfeffern, mit Butter Orange, Zwiebel und Apfel füllen (dies ist nur für den Geschmack, wird später entsorgt). Mit Zahnstochern verschliessen, damit nichts rausfällt und mit der Schnur zu binden. Man kann auch vorab eine Würzbutter zubereiten und diese vor dem Braten vorsichtig unter die Haut schieben - das probieren wir dann beim nächsten Mal.

Den Backofen auf 130 Grad Ober-Unterhitze einschalten, eine Saftpfanne ein Drittel mit Wasser füllen, auf die unterste Schiene setzen, darauf kommt das Gitter und auf das Gitter dann der Vogel - mit der Brust nach unten. Für 2 1/2 Stunden braten lassen (wer mag, darf das Geflügel begießen, doch notwendig ist es nicht unbedingt). Dann den Ofen auf 150 Grad hochschalten, 15 min braten lassen. Sobald das Geflügel gebräunt ist, umdrehen. Die Temperatur erhöhen auf 170 Grad und nochmals 15 min. braten. Dann auf 230 Grad hoch schalten und noch für weitere 20 - 30 min bräunen. Den Backofen ausschalten und bei geöffneter Tür 15 min ruhen lassen. Dann vor dem Tranchieren nochmals 15 min außerhalb des Backofens ruhen lassen. (Danke Dirk).





Kommentare:

  1. Hallo, das sieht doch super gut aus. Hoffentlich ist die Erkältung ganz weit weg oder besser ausgerottet?! Bei uns ist das Geflügel (Perlhuhn) noch im TK, das wird dann ein Festtagsessen an einem Sonntag.
    Bei dem/r Truthahn/henne habe ich auch schon so meine Geschichten erlebt. Gutes, gesundes, Geflügel ist hier in meiner Gegend gut zu haben, nur wie alt das Vieh ist, dass ist manchmal die Frage und so hatten wir vor einigen Jahren einen zähen Hahn wohl,die Zubereitung war geübt und schon in den Vorjahren und alles wurde absolviert wie es sein sollte doch überhaupt nicht so wie gewohnt. Das nächste Jahr, sollte es dann eine Gans werden, doch die gab es zu St. Martin, also die "Family" doch Truthahn oder Pute zu Weihnachten gewünscht. Ich wollte kein Risiko eingehen, obwohl die Bäuerin, diesmal ein anderer Hof, mir versicherte es ist sehr junges Fleisch und es wäre nicht zäh, na ja ich habe dann das riesige Viehsch in einem großen Bräter mit Orangen und Gewürzen und Wasser, nach einem Rezept von Nigella Lawson eingeweicht und 10 Stunden darin gelassen, auf der Terrasse und da war es kalt bald wäre der Vogel noch eingefroren aber es ging, das war nicht übel und die Pute oder was immer war vorzüglich. Das nächste Jahr habe ich lange im Rohr mit kleiner Hitze mit Butter unter der Haut und das ist fein und wird immer wieder von mir bevorzugt.
    Der Rosenkohl mit Esskastanien, das würde mir schon reichen, mache ich fast jede Weihnachten, die Kastanien werden selbst gesammelt. Liebe Grüße Ingrid

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  2. Hallo Sabinchen,
    hoffentlich, dass die Erkältung vorbei ist (mich hat es auch erwischt und auch kurz vor Weihnachten), ich wünsche dir gute Besserung!
    Der Vogel sieht klasse aus! Man muss nicht immer den Tisch voll decken, Hauptsache, dass alle beisammen sitzen und wenn auch nur ein Gericht gekocht wurde)

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  3. o Sabine wie schade, ich hatte die Erkältung zum Glück vor Weihnachten und kann Dir nachfühlen, wie es Dir ergangen ist.

    Dein Teller sieht toll aus und ich kann mich jultchik nur anschließen, Hauptsache alle sitzen gemütlich beisammen
    liebe Grüße

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  4. Liebe Sabine,

    "Den Ofen ausschalten und bei geöffneter Tür und außerhalb des Backofens 30 min ruhen lassen"? Also, du öffnest die Tür des Backofens, entnimmst den Vogel und stellst ihn irgendwo außerhalb des Backofens hin, um ihn 30 min. ruhen zu lassen, und währenddessen muss die Backofentür geöffnet bleiben? Hm...? ;-)

    Ich stimme meinen Vorrednern zu, der Teller sieht vorzüglich und lecker aus und ich hoffe, dass ihr mittlerweile alle wieder ganz gesund seid! :-)

    Lieben Gruß, Dirk

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  5. @ all: Danke für Eure lieben Wünsche, die gute Tessiner Luft hat dafür gesorgt, dass wir wieder fit sind.

    @ Ingrid: Über die Zubereitung von Geflügel zur Weihnachtszeit könnte ich auch schon einen halben Roman verfassen. Dieses Jahr waren wir unserer Idealvorstellung schon sehr nahe gekommen. Nächstes Jahr wollen wir es jedoch auch so wie Du probieren und eine gewürzte Butter unter die Geflügel-Haut schieben.

    @ Jultchik: Nachdem wir sonst immer an Weihnachten mit mehreren Gängen gross aufgekocht haben, war es dieses mal ganz anders, aber auch schön.

    @ Gaby: Vielen Dank für das Kompliment. Für uns war auch am wichtigsten, dass unserer Sohn zu Hause war, das Essen war dann Nebensache - das Gemeinsame zählt.

    @ Dirk: Danke für Dein aufmerksames Lesen! Ich konnte mich nicht entscheiden beim Aufschreiben des Rezeptes. Also, wir haben den Vogel im ausgeschalteten Backofen 15 min ruhen lassen bei geöffneter Tür und dann nochmals ca. 15 min. außerhalb des Ofens auf dem Tranchierbrett. Er hat wunderbar die Hitze gehalten. Beim nächsten Mal werde ich es sogar so machen, dass ich ihn gleich raushole und 30 min auf dem Gitter ruhen lasse (und so korrigiere ich das auch anschliessend im Rezept)

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  6. Tessinerli, da bin ich aber froh, dass ihr wieder gesund seid. Aber dass ihr diesen Vogel trotz Krankheit gebraten und vor allem gegessen habt - alle Achtung. Ich hätte wahrscheinlich daraus eine Suppe gekocht ;-)

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    1. Ach, Du liebes Federvieh, dieses Schicksal hätte der Vogel nicht verdient, in einem Suppentopf zu landen tztztz...

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